Deutschland trat 1939 als hochmilitarisierter Staat auf die Weltbühne. Das NS‑Regime hatte die Gesellschaft vollständig unter Kontrolle: Medien, Schulen, Kultur und Politik waren gleichgeschaltet, Opposition existierte praktisch nicht mehr. Die Bevölkerung lebte in einem Land, das nach außen selbstbewusst und aggressiv auftrat, im Inneren aber von Angst, Überwachung und Propaganda geprägt war. Die Regierung bereitete das Land systematisch auf einen großen Krieg vor – wirtschaftlich, militärisch und ideologisch.

Im Frühjahr zeigte sich die Richtung, in die Deutschland steuerte, besonders deutlich. Mit dem Einmarsch in Prag im März 1939 brach das Regime offen internationale Abkommen und demonstrierte, dass es bereit war, Europa nach seinen Vorstellungen umzugestalten. Gleichzeitig erhöhte Hitler den Druck auf Polen. Forderungen nach der Rückgabe Danzigs und einer deutschen Verbindung durch polnisches Gebiet waren nur der politische Vorwand für das, was längst geplant war: ein militärischer Angriff.

Die diplomatische Welt war überrascht, als Deutschland im August 1939 einen Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion schloss. Hinter den Kulissen vereinbarten beide Staaten die Aufteilung Osteuropas – ein Schritt, der Deutschland die Sicherheit gab, Polen ohne Risiko eines Zweifrontenkriegs anzugreifen. Diese Entscheidung war einer der wichtigsten strategischen Schritte des Jahres und bereitete den Boden für den kommenden Konflikt.

  • Why Did Hitler and Stalin Form the Notorious 'Nazi-Soviet Pact' of 1939?
     
     
     
     

Am 1. September 1939 überschritten deutsche Truppen die polnische Grenze. Die Luftwaffe bombardierte Städte, Verkehrswege und militärische Ziele, während Panzerverbände tief ins Landesinnere vorstießen. Die neue Blitzkrieg‑Taktik überrollte Polen in wenigen Wochen. Deutschland stellte den Angriff als „notwendige Verteidigung“ dar und nutzte inszenierte Vorfälle, um die eigene Bevölkerung zu täuschen. Doch die Realität war klar: Deutschland hatte den Zweiten Weltkrieg ausgelöst.

Mit der Besetzung Polens begann eine Phase brutaler Gewalt. Deutsche Behörden und SS‑Einheiten führten systematische Verhaftungen, Erschießungen und Deportationen durch. Polnische Intellektuelle, Beamte und Geistliche wurden gezielt verfolgt. Jüdische Gemeinden wurden entrechtet, vertrieben und misshandelt. Die Entscheidungen des Jahres 1939 legten den Grundstein für die späteren Verbrechen des Holocaust.

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    The Invasion of Poland and Start of World War 2 | WW2 Depot
     

Während im Osten gekämpft wurde, blieb der Westen Europas im Herbst und Winter 1939 überraschend ruhig. Obwohl Großbritannien und Frankreich Deutschland den Krieg erklärt hatten, kam es an der Westfront kaum zu militärischen Aktionen. Diese Phase wurde als „Sitzkrieg“ bekannt – ein stilles, angespanntes Warten auf das, was kommen würde. Deutschland nutzte diese Zeit, um seine Armee weiter auszubauen und den nächsten Schritt im Krieg vorzubereiten.

Im Inneren veränderte sich das Leben der Menschen spürbar. Männer wurden eingezogen, Lebensmittel wurden knapper, und die Propaganda verstärkte ihre Botschaften. Viele Menschen waren verunsichert, andere glaubten den Versprechen des Regimes. Deutschland war 1939 ein Land im Übergang – von einer Diktatur im Frieden zu einer Diktatur im Krieg.

 

Fazit

1939 war das Jahr, in dem Deutschland bewusst den Weg in einen globalen Krieg einschlug. Die politischen Entscheidungen, militärischen Schritte und ideologischen Ziele des Regimes führten Europa in eine Katastrophe, deren Folgen bis heute sichtbar sind. Deutschland hatte sich zu einem Staat entwickelt, der bereit war, seine Ziele mit Gewalt durchzusetzen – und damit den Zweiten Weltkrieg auslöste.