Reinhold Messner und die Rupal-Wand 1970
1970 nahm Reinhold Messner an einer von Karl Maria Herrligkoffer geführten Expedition teil. Ziel war die Erstbesteigung der gewaltigen Rupal-Wand, der rund 4.500 Meter hohen Südflanke des Nanga Parbat, die als höchste zusammenhängende Fels- und Eiswand der Erde gilt. Am 27. Juni 1970 stieg Reinhold Messner vom letzten Hochlager Richtung Gipfel auf. Sein Bruder Günther Messner folgte ihm überraschend, und beide erreichten am späten Nachmittag den Gipfel des Berges. Damit gelang die Erstbegehung der Rupal-Wand über die spätere „Messner-Route“.
Der Erfolg jedoch verwandelte sich unmittelbar in eine Überlebensgeschichte. Wegen Erschöpfung, Wetterverschlechterung und der Situation von Günther entschieden sich die Brüder, nicht über die Aufstiegsroute abzusteigen. Stattdessen wagten sie den Abstieg über die damals weitgehend unbekannte Diamir-Seite. Damit vollendeten sie die erste Überschreitung des Nanga Parbat.
Während des mehrtägigen Abstiegs kam Günther Messner ums Leben, vermutlich durch eine Lawine auf der Diamir-Seite. Reinhold erreichte nach sechs Tagen schwer verletzt das Tal; mehrere Zehen mussten später amputiert werden.
Über Jahrzehnte wurde diskutiert, ob Reinhold Messners Darstellung der Ereignisse korrekt sei. Funde von Überresten und Ausrüstungsgegenständen auf der Diamir-Seite stützten später seine Schilderung, dass Günther dort beim Abstieg ums Leben gekommen war.
Die Durchsteigung der Rupal-Wand von 1970 wird von vielen Alpinhistorikern als eine der kühnsten Leistungen an einem Achttausender angesehen. Sie markierte zugleich den Beginn von Reinhold Messners außergewöhnlicher Karriere im Höhenbergsteigen.

Erste Solo-Besteigung 1978
Reinhold Messner bestieg am 9. August 1978 den Achttausender Nanga Parbat völlig allein – ohne Flaschensauerstoff, ohne feste Hochlagerkette und ohne Unterstützung anderer Bergsteiger. Es war die erste vollständig solitäre Besteigung eines Achttausenders vom Basislager bis zum Gipfel. Messner wollte beweisen, dass ein Achttausender vollständig solo bestiegen werden kann.
Er stieg von der Diamir-Seite auf, begann am Basislager auf etwa 4.200 m und wählte bewusst nicht die gefährliche Mummery-Rippe. Stattdessen zog er weiter westlich Richtung Mazeno-Grat und suchte sich eine neue Linie durch Eisfelder, Schneerinnen und Felsstufen.
Am 9. August 1978 erreichte Messner den Gipfel des Nanga Parbat allein. Damit gelang die erste vollständig solitäre Besteigung eines Achttausenders von Basislager bis Gipfel.
Die Besteigung hatte auch eine persönliche Bedeutung: Bereits 1970 bestieg er gemeinsam mit seinem Bruder Günther Messner den Berg. Beim Abstieg kam Günther ums Leben. Acht Jahre später kehrte Reinhold allein an den Berg zurück.